Das Universum im Eigenen Geist.
(1.)
Manopubbaṅgamā dhammā, manoseṭṭhā manomayā;
Manasā ce paduṭṭhena, bhāsati vā karoti vā;
Tato naṃ dukkhamanveti, cakkaṃva vahato padaṃ.
(2.)
Manopubbaṅgamā dhammā, manoseṭṭhā manomayā;
Manassā ce pasannena, bhāsati va carrot va;
Tato naṃ sukhamanveti, chāyāva anapāyinī
Diese beiden “Dhammapada“ Verse umfassen die entscheidende Idee im Buddha Dhamma:
Der Buddha sprach;“ Dieser Geist steht im Vordergrund. Diese ganze Welt besteht aus dem Verstand und hat den Verstand als Grundlage für alles.“
Im Buddhadhamma was auch das Abhidhamma beinhaltet, heißt es, dass die Welt zwei Seiten hat. Eine Mentale Seite, die Nama Loka genannt wird, wo nur Transzendente Energien vorherrschen, oder in Form von GUTEN und SCHLECHTEN Taten gespeichert werden.
Und die zweite Seite, die Rupa genannt wird. Hier ist der Bereich von nicht erkennbarer ganz Subtiler, bis hin zur groben Materie, wie wir sie mit unseren 5 Sinnen erkennen. Aber im Endeffekt sind alles was wir sehen, hören, schmecken, fühlen und worüber wir nachdenken “ENERGIEFELDER“, alles kann somit als Energie angesehen werden. Das hat auch Albert Einstein 2500 Jahre nach dem Buddha herausgefunden und bestätigt.
Die wohl bekannteste Formel der Physik, von Albert Einstein “E=mc²“ beschreibt nämlich, die Energie-Masse-Äquivalenz. Die Gleichung sagt, dass Masse und Energie ineinander umgewandelt werden können. Energie ist eine Form der Masse und umgekehrt. In der heutigen Wissenschaft geht man immer von der Materie aus. Die materialistische Sichtweise geht davon aus, dass das Leben seinen Ursprung in der trägen Materie hat. Nach dieser Ansicht besteht alles auf der Welt aus etwa 108 Atomen, wie die Wissenschaft behauptet. Irgendwie entsteht das Bewusstsein mit Gefühlen, Wahrnehmungen, Wünschen und Hoffnungen aus der trägen Materie. Viele Wissenschaftler und Atheisten vertreten diese Ansicht.
“[…] Diejenigen, die gläubige Anhänger der abrahamitischen Religionen (Christentum, Judentum, Islam) oder des Hinduismus sind, glauben, dass es eine separate “mentale Komponente” gibt, die den trägen physischen Körper mit Gefühlen, Wahrnehmungen, Wünschen und Hoffnungen “lebendig” macht (vier mentale Aggregate). Ein Schöpfergott oder Mahā Brahma erschuf das Leben nach ihnen.
Wir müssen auch die “Endpunkte eines Lebens” nach diesen beiden Sichtweisen im Auge behalten.
In der materialistischen Sichtweise, lebt man nur das gegenwärtige Leben und alles endet mit dem Tod des physischen Körpers. Diese Sichtweise wurde vom Buddha “ucchēda diṭṭhi” genannt, weil hier das Leben (ucchēda bedeutet “abgeschnitten”) mit dem Tod des physischen Körpers endet.
In der entgegengesetzten Sichtweise überlebt der “Mentalkörper” auch nach dem Tod des physischen Körpers. In den abrahamitischen Religionen wird die “Seele” entweder für immer im Himmel oder in der “Hölle” geboren.
Im Hinduismus durchläuft das “ātma” den Wiedergeburtsprozess, bis man im Mahā-Brahma-Reich geboren wird, das wiederum ewig ist. In beiden Fällen wird man schließlich für immer leben (im Himmel bei Gott, in der Hölle oder im Brahma-Reich). Diese Ansicht wurde vom Buddha als “sassata diṭṭhi” (sassata bedeutet “ewig”) bezeichnet.
Indem er diese beiden Ansichten widerlegte, lehrte der Buddha, dass es eine “geistige Komponente” im Leben gibt, aber das ist keine “Seele” oder “ein ātma”, die von einem Leben zum nächsten geht. Das liegt daran, dass alles in dieser Welt aufgrund von Ursachen entsteht. Das Leben kann viele verschiedene Formen annehmen (Mensch, Deva, Brahma, Tier, Preta/Geister, Höllenwesen usw.). Wenn eine solche Existenz endet, entsteht eine andere, je nachdem, welche Ursachen (in Form von kamma vipāka) ins Spiel kommen.[LP][TW]”
Kamma vipāka ist eine der zwei Kamma-Energien die wir erzeugen und dieses Kamma vipāka, wird von den meisten Menschen mit Gott verwechselt. In der heutigen Wissenschaft geht man immer von der Materie aus. “ […] Nun ist diese ganze Materie insofern eins, als sie alles ist: wurzellos, mit Bedingungen verbunden, Einflüssen unterworfen, bedingt, weltlich, der Sinnessphäre zugehörig, objektlos, nicht aufzugeben. Wenn man die Materie jedoch als intern und extern usw. auffasst, wird sie vielfältig. [BB]“
Die tiefe Bedeutung von “Manō pubbangamā dhammā, manō setthā manōmayā” ist, dass der Geist der Ursprung von allem darstellt. Das ist zunächst eine unergründlich seltsame Aussage, aber wenn man Abhidhamma und die Sutten studiert, wird klar warum es sich dabei handelt.
Diese beiden Seiten zusammen, nannte der Buddha Namarupa und dieses Namarupa bezeichnet ein fühlendes Wesen, im Zusammenhang mit dem gesamten Universum… Also ALLES… oder anders ausgedrückt Leerheit ist Form und Form ist Leerheit.
Seit Urzeiten erforscht der Mensch schon das Universum. Er benutzt dazu seine fünf Sinne, aber überwiegend, das Sehen. Doch dieses sehen ist begrenzt. Es ist durch das Licht begrenzt, was für uns als Träger von Information dient. Diese Licht-Wellen bzw. Licht-Quanten haben nur eine begrenzte Menge an Energie. Die Energie des Lichtquants reicht mit der Berechnung der Hubble Konstanten, nur für r0 aus, weshalb wir nicht weiter zurückblicken können, um noch ältere Galaxien zu sehen. Dieser Horizont der dadurch entsteht, lässt das Universum, Endlich erscheinen. Dem ist aber nicht so! Das Universum ist in der Buddhistischen Mythologie unendlich, seit der Zeit seines beginnenden Saṃsāra, aber nicht aus der Sicht seiner Ausdehnung, obwohl es mit Hilfe des Geistes in der Meditation Unendlich gedehnt werden könnte.
In der buddhistischen Kosmologie wird das Universum in zwei fundamentale Komponenten unterteilt: Geist (Nāma) und Materie (Rūpa), gemeinsam als ‘Nāmarūpa’ bezeichnet. Der materielle Aspekt des Universums, Rūpa, gliedert sich in drei beziehungsweise vier Hauptbereiche der Existenzrealität: das ‘Arūpa Loka’ (die immaterielle oder transzendente Welt), das ‘Rūpa Loka’ (die Welt der feinstofflichen oder verdünnten Materie), das ‘Kāma Loka’ (die Welt der sinnlichen Begierde) sowie die ‘Apāyas’, welche als Unterbereiche des Kāma Loka verstanden werden. Aufgrund dieser Zuordnung spricht man in der Regel von drei großen Daseinsbereichen, die auf den Ebenen ‘Arūpadhātu’, ‘Rūpadhātu’ und ‘Kāmadhātu’ beginnen und dieser Beginn stellt eine Art Bühne da.
Der Begriff “Dhātu” beschreibt in diesem Kontext ein Grundelement oder ein Anfangsstadium einer Existenzform. Diese drei Dhātus sind Träger von ‘Kamma’-Energie (karmischer Energie) und bilden die Basis für die Entstehung von insgesamt 31 “Bhava” bzw. ‘Bhūmi’, die als fundamentale Existenzebenen verstanden werden. Diese 31 Bereiche setzen sich aus unterschiedlichen Erfahrungswelten zusammen, von denen elf der Sinnessphäre (Kāma-dhātu) zugeordnet sind. Die Existenzformen von Menschen und Tieren befinden sich auf der fünften Stufe dieser Sinnessphäre.
Demgegenüber steht die geistige Welt, das ‘Nāma Loka’, dessen fundamentale Ebene die ‘Viññāṇa Dhātu’ (Bewusstseins-Sphäre) darstellt. Gemeinsam bilden Nāma Loka und Rūpa Loka das vollständige, unendliche Universum gemäß buddhistischer Lehre. Diese Weltauffassung wird nicht als hypothetische Theorie, sondern als erkenntnisbasierte Einsicht verstanden.
Das ‘Arūpa Loka’ umfasst drei immaterielle Bereiche, in denen hochentwickelte göttliche Wesen existieren, die ausschließlich aus Bewusstsein und einem transzendenten ‘Hadaya’ (Herz-Basis) bestehen. Ihnen wird eine Mitwirkung an der Schöpfung der materiellen Welt zugeschrieben. Die Lebensdauer in diesen Bereichen kann bis zu 84.000 “Kappa” (Weltzeitalter) betragen.
Das ‘Rūpa Loka’ umfasst 16 Reiche der feinstofflichen Existenz, bewohnt von Wesen wie ‘Devas’ oder ‘Maha Brahmas’. Diese Wesen verfügen über eine subtile Form von Materie und ihre Lebensspanne reicht von einem Drittel bis zu 16.000 Kappa.
Im ‘Kāma Loka’ existieren sieben Bereiche, darunter die Welt der Menschen, Tiere und bestimmter Devas. Der durchschnittliche menschliche Lebenszyklus beträgt in der gegenwärtigen Epoche etwa 100 Jahre.
Die ‘Apāyas’ umfassen vier untere Reiche – die sogenannten “schlechten Welten” wie Höllenbereiche und Geisterreiche – mit variabler, jedoch potenziell sehr langer Lebensdauer, die sich ebenfalls über mehrere tausend Kappa erstrecken kann.
Alle drei großen Daseinsbereiche sind abhängig von der inneren Geisteshaltung eines Wesens, insbesondere den ‘Jhāna’-Zuständen (meditativen Vertiefungen) und der jeweils angesammelten Kamma-Energie. Die Vielfalt der Lebensdauern und Existenzformen resultiert aus diesen karmischen und geistigen Bedingungen.
Arūpa Loka bezeichnet in der buddhistischen Kosmologie die Welt ohne Form, während Rūpa Loka die Welt der Form darstellt. In der Ebene des Arūpa Loka existieren keine physischen Körper; es handelt sich um einen Seinszustand, in dem Körperlichkeit vollständig überwunden ist und weder Verlangen noch materielle Erscheinung vorhanden sind. Im Gegensatz dazu existieren in Rūpa Loka subtile, feinstoffliche Körper, die jedoch weniger dicht und materiell sind als jene im Kāma Loka, der Welt des Begehrens, zu der auch die menschliche Existenz zählt. Diese drei Ebenen – Kāma Loka, Rūpa Loka und Arūpa Loka – werden als die weltlichen Bewusstseinsebenen (lokiya) bezeichnet.
“[…] Lebewesen, die sich in einer dieser drei Rupa Ebenen befinden, unterliegen dem Kreislauf von Geburt und Tod (Saṃsāra). Ihr Dasein ist zeitlich begrenzt, und das individuelle Bewusstsein wandert entsprechend dem Wirken von Kamma durch die verschiedenen Existenzebenen. Der Buddha berichtete, in der Nacht seiner Erleuchtung Erinnerungen an unzählige frühere Existenzen gehabt zu haben, ohne einen Anfang des Kreislaufs finden zu können. Die Gesamtheit dieser Erinnerungen und die karmischen Prägungen sind im sogenannten Nāma Loka, der mentalen Welt, gespeichert. Hier befinden sich auch die kammischen Energien, die als Kamma Bīja (Karmasamen) und die fünf Daseinsgruppen (Pañcakkhandha) bezeichnet werden.
Das Viññāṇa Dhātu, die Bewusstseinsebene, ist nicht an Raum oder Materie gebunden und durchdringt alles – sie ist als mentale Dimension allgegenwärtig[LP]. Selbst Wesen, die auf der höchsten Ebene des Arūpa Loka geboren wurden, können aufgrund ihres verbliebenen Karmas in niedrigeren Bereichen wie dem Apāya (den niederen Daseinsbereichen) des Kāma Loka wiedergeboren werden. Der Buddha konnte gemäß den Überlieferungen alle 31 Existenzbereiche ‚sehen‘ und beobachten, wie sich das Bewusstseinskontinuum entsprechend den karmischen Bedingungen von einem Bereich zum anderen bewegt – ein Prozess, der als dem abhängigen Entstehen unterworfen beschrieben wird.
“[…] Im Arūpa Loka existiert keine verdichtete Materie (Rūpa) wie in den anderen Ebenen; dennoch gibt es an der Grenze zum Rūpa Loka eine feinstoffliche Grundlage (Suddhāṭṭhaka) für das Hadaya Vatthu, das als Herzbasis des Geistes fungiert[LP]. Die Wesen des Arūpa Loka besitzen die Fähigkeit zu denken und sich zu erinnern, ähnlich wie Menschen. Die materielle Welt ist jedoch nur für Lebewesen im Kāma Loka und Rūpa Loka zugänglich[LP]”. Der Buddha hat diese Existenzbereiche in zahlreichen Lehrreden detailliert beschrieben.
“[…] Im menschlichen und tierischen Bereich erfolgt die Geburt durch Elternschaft, während in allen anderen Bereichen die Lebewesen spontan, vollständig geformt und augenblicklich (Opapātika-Geburt) entstehen – unmittelbar nach dem Tod im vorherigen Leben. Dies verdeutlicht die zentrale Rolle des Geistes: „Der Geist geht allem voraus, nicht die Materie.“[LP][AP]”
Viele Aspekte der Existenz entziehen sich der sinnlichen Wahrnehmung. Wissenschaftlich betrachtet sind etwa 96 % der Materie und Energie im Universum bislang unerklärt, was bedeutet, dass uns nur ein Bruchteil der tatsächlichen Existenzformen zugänglich ist.”[…] Ein anschauliches Beispiel sind die zahlreichen, für uns unsichtbaren Informationsströme wie Radio- und Fernsehsignale, die wir nur mit entsprechenden Empfängern wahrnehmen können. Entsprechend sind auch die meisten der 31 Daseinsbereiche für unsere fünf Sinne nicht erfassbar[LP]”. Die Körper vieler dort existierender Wesen ähneln eher Energieformen als festen Körpern. Es ist denkbar, dass zukünftige Technologien eines Tages den Kontakt zu solchen feinstofflichen Existenzformen ermöglichen könnten.
“[…] In der buddhistischen Kosmologie wird das Universum in zwei fundamentale Bereiche unterteilt: ‘Rūpa’, die materielle Welt der Formen und physischen Erscheinungen, und ‘Nāma’, die geistige Dimension, die Bewusstsein, mentale Prozesse sowie karmische Aufzeichnungen umfasst [SC]. Diese beiden Prinzipien – Geist und Materie – bilden gemeinsam das Konzept des ‘Nāmarūpa’, das als integrative Struktur des individuellen Daseins verstanden wird und die Wechselwirkung zwischen mentalen und physischen Prozessen beschreibt (DN 15 – Mahānidāna Sutta – SN 12.2 – Vibhaṅga Sutta und SN 12.67 – Naḷakalāpī Sutta)[SC].
Die Verbindung von ‘Rūpa’ und ‘Nāma’ manifestiert sich im sogenannten ‘Hadaya Vatthu’, das im Buddhismus als zentrale geistig-energetische Basis gilt und als „Sitz des Geistes“ oder Herzbasis bezeichnet wird. Aus dieser Herzbasis entsteht das Bewusstsein (Viññāṇa), das als fundamentale Funktion des Geistes betrachtet wird. Jedes fühlende Wesen ist über das ‘Hadaya Vatthu’ mit einem einzigen ‘Suddhāṭṭhaka’ als materiellen Grundbaustein verbunden, der die feinstoffliche Grenze zwischen der geistigen Welt (Nāma) und der materiellen Welt (Rūpa) bildet.
Der Buddha unterschied klar zwischen physischer Materie und kammischer (karmischer) Energie, wobei letztere immaterielle Phänomene wie ‘Dhammā’ umfasst. Die geistige Dimension des Universums wird als *Nāma Loka* bezeichnet, die alle mentalen Zustände und Vorgänge einschließt. Sie steht den materiellen Existenzbereichen – ‘Arūpa Loka’, ‘Rūpa Loka’, ‘Kāma Loka’ sowie den niederen ‘Apāyas’ – gegenüber, die als physische Sphären gelten.
“[SC] Zu den vier grundlegenden Komponenten des ‘Nāma’ zählen: ‘Vedanā’ (Gefühl/Empfindung), ‘Saññā’ (Wahrnehmung), ‘Saṅkhāra’ (mentale Formationen) und ‘Viññāṇa’ (Bewusstsein)(SN 12.2 – MN 9 Sammādiṭṭhi Sutta)[SC]. Innerhalb des ‘Nāma Loka’ existieren sogenannte ‘Nāmagotta’– energetische Aufzeichnungen von Gedanken, Worten und Handlungen, die als unzerstörbare Basis des individuellen Karmas gelten und zukünftige Daseinsformen beeinflussen.
“[…] Alle materiellen Phänomene beruhen auf sechs grundlegenden Elementen (‘Dhātu’): ‘Paṭhavī’ (Erde), ‘Āpo’ (Wasser), ‘Tejo’ (Feuer), ‘Vāyo’ (Luft), ‘Ākāsa’ (Raum) und ‘Viññāṇa’ (Bewusstsein). Die ersten fünf bilden die materielle Grundlage, während das ‘Viññāṇa Dhātu’ als immaterielle, geistige Komponente fungiert.
Der elementarste Baustein der materiellen Welt ist das ‘Suddhāṭṭhaka’, eine ultrafeine Einheit, die subtiler ist als jedes in der modernen Physik bekannte Elementarteilchen. Während die Wissenschaft zeigt, dass Atome und subatomare Teilchen eine innere Struktur besitzen, transzendiert das ‘Suddhāṭṭhaka’ selbst diese kleinsten bekannten Einheiten.
Auf mentaler Ebene existieren geistige Vorformen dieser ‘Suddhāṭṭhaka’, die sich aus ‘Dhammā’ (geistige Objekte), ‘Gati'(Neigungen/Tendenzen) und ‘Bhava’ (Seinszustände) zusammensetzen. In sogenannten ‘Javana Citta’ – impulsiven Gedankenmomenten – erzeugt das Bewusstsein ‘Suddhāṭṭhaka’ entsprechend der individuellen karmischen Ausrichtung (‘Gati’), wodurch an der Schnittstelle von Geist und Materie die feinste Form physischer Realität entsteht, aus der alles Weitere hervorgeht[LP].
Im Abhidhamma wird das Suddhāṭṭhaka als die minimalste materielle Erscheinung (rūpa-Einheit) verstanden, die durch karmische Potentiale (kamma-satti) im Patisandhi-Moment neu konfiguriert wird. Mit jedem Wiederverknüpfungsbewusstsein (patisandhi-viññāṇa) entsteht somit eine frische, aus Kamma hervorgebrachte materielle Grundlage, die als Trägerstruktur für die bewusste Erfahrung dient. In diesem Sinn „geht der Geist voraus“ (manopubbaṅgamā dhammā), indem die mentale Kausalität die materielle Basis des neuen Daseins bestimmt.
Auch in den arūpa-loka, den formlosen Daseinsbereichen, ist die Existenz nicht vollständig frei von kamma-bedingten Strukturen. Zwar manifestiert sich dort keine grob- oder feinstoffliche Materie, doch besteht weiterhin ein karmisch konditioniertes Kontinuum von Bewusstseinsmomenten. Aus abhidhamma-perspektive bedeutet dies, dass die für ein rūpa-Kontinuum notwendige Suddhāṭṭhaka-Struktur extrem subtil oder funktional „inaktiv“ ist – nicht als feste Materie, sondern als rein funktionaler Knotenpunkt karmischer Bedingtheit.
Was wie eine „Auflösung“ der materiellen Basis erscheint, kann im wissenschaftlichen Sprachbild als phänomenologische Entkopplung von Raum-Zeit-Strukturen beschrieben werden: Die Bewusstseinsprozesse bestehen fort, während ihre materielle Trägerstruktur nicht mehr im 1/r²-Raum, also nicht mehr im klassisch-physikalischen Energieraum, erscheint.
So entsteht im Kontinuum des viññāṇa eine Art mentale Resonanz – kein Echo im physikalischen Sinn, sondern die Fortdauer der intentionalen und karmischen Muster, die das Bewusstsein tragen. Diese Fortdauer ist das, was in den Texten als das umfassende Nāma-Rūpa-Gefüge verstanden wird: ein dynamischer Verbund von Mentalität (nāma) und ihrer jeweiligen, bedingten Trägerfunktion (rūpa), welcher auch jenseits grobstofflicher Erscheinung strukturiert bleibt.
In diesem Sinn „erzeugt“ das Bewusstsein keine Materie im physikalischen Sinn, sondern konfiguriert jene karmisch bedingten Strukturpunkte, durch die es sich selbst erkennen, tragen und fortsetzen kann. Das viññāṇa-sota, der Bewusstseinsstrom, besteht als mehrschichtige Erfahrungsdimension, in der Geist und seine funktionalen „Knotenpunkte“ untrennbar miteinander gekoppelt sind.
Container 1 – Abschnitt 1
Container 2 – Abschnitt 1
Container 3 – Abschnitt 1
Container 4 – Abschnitt 1
✏️ Kein Thema vorhanden.
Noch kein Thema vorhanden
- Du musst angemeldet sein, um neue Themen zu erstellen.