Die sechs Phasen des durch (c) begrenzten Universums
Alle diese sechs bzw. vier Arten/Phasen von Universen sind unzutreffend. Sie sind deshalb unzutreffend, weil unser Universum auf Grundlage der “Anicca Saññā” konzipiert wird. Dieses Verständnis hängt von unserem uppatti bhavaṅga sowie vom “Kāma Loka” und der “Kāma Saññā” auf der Ebene der “Kāma Dhātu” ab.
Wie stellt sich die Frage nun? Das Verständnis, dass das Universum ausschließlich durch die Entität “Geist” (Mind) bedingt ist, wird sich mit der Lektüre dieses Buches klären.
Jeder Citta (Geistesmoment) entsteht aus der anfänglichen Kāma-Dhātu-Ebene mit der charakteristischen “kāma saññā” und kann weiter verunreinigt werden, wenn Kāmaguṇa ins Spiel kommt. Daher können wir diese vier Arten bzw. Phasen von Universen nur mit unserer “kāma saññā” erfassen. Durch die Praxis der Ariya-Jhāna-Meditation ist es jedoch möglich, alle sechs Arten von Universen aufzufassen.
Wenn wir beispielsweise erkennen, dass das Universum unendlich sei, erzeugen wir durch das Festhalten an diesem Gedanken “Diṭṭhis” (falsche Ansichten) bezüglich der Unendlichkeit. Dies bindet uns im nächsten Leben an ein sich ausdehnendes Universum. Umgekehrt, wenn wir glauben, das Universum sei endlich, erzeugen wir Vorstellungen, die zur Wiedergeburt in einem sich zusammenziehenden Universum führen. Es handelt sich also um gedankliche Konstrukte, an die wir anhaften. Wenn wir jedoch nicht an diesen zwei bzw. vier Vorstellungen festhalten, werden wir von ihnen befreit.
Daher sind wir nicht in der Lage, eine andere Art von Universum (Nummer 1.) und 3.) sowie 2.) und 4.))– wie diese beiden auf der Kāma-Dhātu-Ebene mit Citta, Cetasika und Rūpa, den drei Paramattha (ultimativen Realitäten) – zu verstehen.
Es reihen sich expandierende Bereiche des Universums an kontrahierende, wobei die Wahrnehmung dieser Dynamik stets vom Standpunkt der Beobachtung und somit vom „Geburtsort“ des Beobachters abhängig ist.
Rote Pfeile kennzeichnen expandierende Bereiche des Universums. Ihre Darstellung bezieht sich auf Regionen, deren beobachtbare Ausdehnung durch die Lichtgeschwindigkeit („c“) begrenzt ist – nicht die Expansion selbst, sondern unsere Sicht auf diese Prozesse ist durch die endliche Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht eingeschränkt.
Grüne Pfeile stehen für kontrahierende Bereiche, in denen Raum unter dem Einfluss gravitativer Kräfte verdichtet bzw. Raumelemente Verdampfen läst – ebenfalls innerhalb des durch „c“ begrenzten beobachtbaren Bereichs.
Bereiche ohne Pfeil repräsentieren sogenannte Voids – weitgehend leere Regionen des Universums im Kāma-loka. Sie liegen zwar innerhalb unseres Beobachtungshorizonts, weisen jedoch weder signifikante Expansion noch Kompression auf. Ihre Entstehung geht jedoch auf Prozesse zurück, die entweder von Expansion oder von Kompression ausgegangen sind.
Diese drei dynamischen Zustände (Expansion, Kontraktion, und neutrale Leere) definieren zusammen mit der übergeordneten strukturellen Begrenzung durch „c“ die vier Phasen kosmischer Erscheinung. Von diesen wurde bislang nur die Phase der Expansion – also die erste – innerhalb der Kāma Dhātu-Ebene bewusst erkannt und konzeptualisiert.
Das Universum kann als eine Vielzahl von „Mahāsāsati Lokadhātu“ in alle Richtungen vorgestellt werden, was aufgrund der Lichtgeschwindigkeit als unendlich erscheint. Diese Vorstellung verdeutlicht die Komplexität und die schwer fassbare Größe des Universums aus menschlicher Perspektive.
Die Geometrie des Universums wird häufig anhand der Innenwinkelsumme eines Dreiecks (180°) beschrieben, um die enorme Ausdehnung und die flache Struktur mathematisch zu veranschaulichen. Aufgrund der endlichen Lichtgeschwindigkeit ist der beobachtbare Horizont auf etwa 15 Milliarden Lichtjahre begrenzt, was dem Alter des Universums entspricht. Dennoch beträgt der Hubble-Durchmesser des messbaren Universums etwa 93 Milliarden Lichtjahre, mit einem Radius von rund 46,5 Milliarden Lichtjahren in alle Richtungen.
Selbst das für den Geist erfassbare Universum hat gegenwärtig eine enorme Ausdehnung, die etwa 1,09 × 10⁸⁹ des Hubble-Durchmessers beträgt. Der Hubble-Durchmesser entspricht etwa 90 Milliarden Lichtjahren, was bedeutet, dass der messbare Teil des Universums nur einen winzigen Bruchteil des theoretisch möglichen Gesamtvolumens darstellt.
Stellt man sich dieses riesige, scheinbar flache Universum als zu einem Zylinder aufgewickelt vor, der in alle acht Richtungen zu einer Kugel geformt wird, ergibt sich eine Analogie zur Bewegung einer Ameise auf einer Kugeloberfläche: Die Ameise kann immer nur einen Teil der Oberfläche wahrnehmen, was die Begrenztheit unserer Wahrnehmung des Universums illustriert.
Stellen wir uns hypothetisch eine Ameise vor, die versucht zu bestimmen, ob die Oberfläche, auf der sie sich bewegt – etwa die Erde –, eine Ebene oder eine Kugelgestalt besitzt. Indem sie kontinuierlich entlang der Erdoberfläche wandert, könnte sie, ohne es zu bemerken, letztlich an ihren Ausgangspunkt zurückkehren. Aufgrund der langen Zeitspanne, der Veränderung von Umgebungsmerkmalen und der begrenzten kognitiven Kapazitäten wäre es ihr jedoch nicht möglich, den ursprünglichen Startpunkt als solchen zu identifizieren. Für die Ameise würde die Welt daher als grenzenlos erscheinen, obwohl sie topologisch abgeschlossen ist.
In vergleichbarer Weise steht auch der menschliche Beobachter vor der Herausforderung, die großräumige Struktur des Universums zu erfassen. Selbst wenn das Universum eine gekrümmte, in sich geschlossene Struktur besitzt – etwa analog zu einer höherdimensionalen Kugel –, würde uns der „Anfang“ nicht als solcher erscheinen, da er weder lokalisiert noch eindeutig unterscheidbar wäre. Diese epistemologische Begrenzung lässt das Universum aus unserer Perspektive als unendlich erscheinen, selbst wenn es geometrisch endlich, aber unbegrenzt sein sollte.
Wir betrachten demnach Universen bzw. kosmische Regionen, deren beobachtbare Ausdehnung durch die Lichtgeschwindigkeit („c“) begrenzt ist. Innerhalb dieser Bereiche treten großskalige Strukturen wie Supergalaxienhaufen auf, die unterschiedliche Phasen kosmischer Dynamik durchlaufen – darunter Expansion, Kontraktion und Phasen relativer Stabilität. Zusätzlich lassen sich auf kleineren Skalen auch zyklische Entwicklungsphasen innerhalb von Sonnensystemen beobachten, die in Form von Entstehung, Entwicklung und Zerfall einzelner Sternsysteme die übergeordnete Dynamik des Universums widerspiegeln.
In bestimmten Regionen des Kosmos bilden sich Strukturen auf extrem großen Skalen – etwa Supergalaxienhaufen – kontinuierlich neu, vor allem während Phasen kosmischer Expansion. In kontrahierenden Phasen hingegen verdichten sich diese Strukturen durch gravitative Prozesse zunehmend, wobei Supercluster unter dem Einfluss ihrer eigenen Masse kollabieren können. In einigen Fällen führt dieser Prozess zum gravitativen Einfall in zentrale supermassereiche Schwarze Löcher, wodurch diese Strukturen letztlich der direkten Beobachtung entzogen werden.
In frühen Stadien solcher kosmischen Zyklen könnten sogenannte ‚weiße Löcher‘ – hypothetische Objekte, die Materie und Energie emittieren – eine katalytische Rolle gespielt haben. Sie könnten die initiale Organisation und Strukturierung von Galaxien ermöglicht haben. Im weiteren Verlauf transformieren sich diese weißen Löcher möglicherweise in Schwarze Löcher (Sat-Löcher), die durch gravitative Effekte zur Stabilisierung und Organisation galaktischer Strukturen beitragen. Dies ist jedoch lediglich hypothetisch.
Innerhalb dieser dynamischen Entwicklung existieren zudem riesige, nahezu materiefreie Regionen – sogenannte Voids. Diese stellen jedoch keine bloßen Leerräume dar, sondern können als potenzielle Keimzellen für zukünftige Strukturen interpretiert werden. Sie markieren Übergangsbereiche, in denen latente Prozesse der Strukturbildung ablaufen können, sobald geeignete Bedingungen erreicht sind. In symbolischer Betrachtung stellen diese Voids einen „Nullpunkt“ im zyklischen Ablauf von Expansion und Kontraktion dar – eine Zwischenstufe zwischen Nicht-Existenz und Entstehung. Sie können als Zustand „0“ zwischen den polarisierten Zuständen „-1“ (Auflösung) und „1“ (Manifestation) verstanden werden.
In diesem Sinne entstehen und vergehen unzählige Cluster innerhalb eines sich ständig wandelnden kosmischen Gewebes, das aus expandierenden, kontrahierenden und nahezu leeren Regionen besteht. Diese dynamische Vielfalt verleiht dem Universum nicht nur seine strukturelle Komplexität, sondern auch einen Eindruck von Unendlichkeit – selbst wenn es in seiner räumlichen Ausdehnung möglicherweise eine endliche Grenze besitzt.
Innerhalb des Kāma Loka lassen sich vier Arten bzw. Phasen von Universen unterscheiden. Sollten diese Phasen an unser beobachtbares Universum angrenzen, könnten sie theoretisch in der kosmischen Hintergrundstrahlung Spuren hinterlassen – etwa in Form charakteristischer anisotroper Flecken. Diese vier Zustände stellen die fundamentalen Phasen kosmischer Entwicklung dar. Innerhalb der Kāma Dhātu-Ebene wurde bisher lediglich die erste Phase – die der Expansion – phänomenologisch erkannt und beschrieben.
Es reihen sich expandierende Bereiche des Universums an kontrahierende, wobei die Wahrnehmung dieser Dynamik stets vom Standpunkt der Beobachtung und somit vom „Geburtsort“ des Beobachters abhängig ist.
Solche Spuren wären als Temperaturunterschiede nachweisbar, die sich als hellere oder dunklere Regionen darstellen. Diese Differenzen könnten Rückschlüsse auf die Inflationsdynamik benachbarter kosmologischer Bereiche ermöglichen. Derartige Zonen wären entweder in ein falsches inflationäres Vakuum eingebettet oder integraler Bestandteil einer übergeordneten, kohärenten Struktur unseres Universums.
Wir machen nun einen großen Sprung zu jenem Punkt, an dem dieses riesige, unendlich anmutende Gesamte Universum erneut endet. In unserem Fall handelt es sich dabei nicht um ein plötzliches oder finales Ende, sondern um die Umkehrung der zuvor stattfindenden Expansion – ein zyklischer Prozess, der das Universum durch wiederkehrende Phasen von Entstehung und Auflösung führt. Dieser kosmische Zyklus lässt sich in sechs aufeinanderfolgende Phasen gliedern, die sowohl die Expansion als auch die spätere Kontraktion des Universums strukturieren.
Die erste Phase ist die Entstehung (Samudaya). In dieser Ausgangssituation erfolgt die initiale Manifestation von Raum, Energie und Materie. Aus einem Zustand reiner Potenzialität – formlos und unmanifest – treten die fundamentalen Bausteine des Kosmos hervor. Dies bildet den Beginn eines neuen Universums, in dem physikalische Gesetzmäßigkeiten und Strukturen allmählich in Kraft treten.

Daran schließt sich die Phase der Ausbreitung (Vibhava) an. Der neu entstandene Raum beginnt sich durch die Vervielfältigung der Raumelemente auszudehnen, und die Differenzierung kosmischer Strukturen auf der Ebene des Rupa Loka nimmt ihren Lauf. Materie organisiert sich in Form von Grundstrukturen von Galaxien, Sternensystemen und Planeten. Es entstehen vielfältige Formen bis hinauf zum Kama Loka und Energiekonfigurationen, die das dynamische Wachstum des Universums charakterisieren.
Mit der Phase der Stabilisierung (Thiti) erreicht das Universum einen relativen Zustand von Ordnung und Gleichgewicht. Die zuvor chaotische Entwicklung verlangsamt sich, und komplexe Strukturen treten in ein stabileres Verhältnis zueinander. Es ist eine Phase des kosmischen Gleichgewichts, in der die Zweiheit der Raumelemente – manifestierte Form und Leerheit – deutlich hervortritt.
Doch dieser Zustand ist nicht dauerhaft. Der Zyklus kehrt sich nun schrittweise um, und die kosmische Kontraktion setzt ein. In der Phase des Verfalls (Bhanga) beginnen durch zunehmende Entropie und innere Spannungen die zuvor stabilen Strukturen zu erodieren. Materielle Formen lösen sich langsam auf, Energieflüsse werden unregelmäßig, und das Universum verliert seine kohärente Ordnung.
Darauf folgt die Phase der Auflösung (Nirodha). In diesem Abschnitt zieht sich das Universum weiter zusammen. Materie und Raum zerfallen zunehmend in ihre leereren Grundzustände. Die Formen, die einst die sichtbare Welt strukturierten, verschwinden, und selbst der Raum – als Medium aller Manifestation – beginnt sich in den tieferen kosmischen Ebenen aufzulösen.
Die abschließende Phase ist die Potenzialphase (Anidassana). Hier existiert das Universum nicht mehr in manifestierter Form, sondern verbleibt in einem Zustand reiner Möglichkeit. Es handelt sich um eine Art formlosen Urzustand, der weder Zeit noch Raum kennt. In diesem Zustand ist das gesamte Potenzial für eine neue kosmische Entfaltung enthalten – der Zyklus kann von Neuem beginnen.

Selbst im äußersten Stadium dieser Kontraktion tritt jedoch kein endgültiges Ende ein. Vielmehr verflüchtigt sich die Materie aus den Bereichen des Kāma Loka (Welt der Sinnlichkeit) und des Rūpa Loka (Welt der Form), während sich auch der Raum selbst – symbolisiert durch die Ākāsa Dhātu (Raumelemente) – in den untersten Regionen des Arūpa Loka auflöst. Zurück bleibt ein Zustand radikaler Leerheit, in dem weder Form noch Bewegung existieren, sondern nur reines Potenzial – bereit für eine neue Runde kosmischer Entfaltung.
Am Ende dieses kosmischen Zyklus bleibt eine Art „spiegelgleiche Dreieinheit“ der Raumelemente bestehen, angesiedelt in den niedrigsten Schichten des Arūpa Loka – einer feinstofflichen Dimension jenseits der grobstofflichen Welt. Diese wird durchdrungen von der Ebene des Viññāṇa Dhātu, dem Bewusstseinsgrund, sowie von den speichernden Strukturen des Nāma Loka, auch als Hyperraum bezeichnet. Diese Bereiche bewahren alles, was jemals durch Rūpa (Form), Citta (Bewusstsein) und Cetasika (Geistfaktoren) erschaffen oder gedacht wurde.
Die Übergabe dieser energetischen und informellen Inhalte an die feinstofflichen Regionen erfolgt nicht zufällig, sondern wird durch die alles durchdringenden Strukturen des Nāma Loka auf der Viññāṇa-Dhātu-Ebene organisiert. Dies stellt sicher, dass die Grundlagen für eine neue Realität in höheren Dimensionen erhalten bleiben – gewissermaßen als „Blaupause“ für die nächste kosmische Phase.
Der Buddha äußerte sich zu diesem Zyklus des Universums im Aṅguttara Nikāya AN7.62 (Mettasutta):
“Satta vassāni mettacittaṁ bhāvetvā satta saṁvaṭṭavivaṭṭakappe nayimaṁ lokaṁ punāgamāsiṁ.”
Demnach kehrte ich sieben Äonen lang nicht mehr in diese Welt zurück, während sich das Universum zusammenzog und ausdehnte. Das waren die Worte des Buddha über seine Reise durch die 31 hohen Bereiche des Kosmos infolge guter Taten, während der Expansion oder Kompression des Universums.
Am Ende der Expansion, in unserem Fluktuierenden Universum, verbleiben stets sechs Raumelemente, die jedoch untrennbar sind.
Mithilfe transzendenter Wesen, die im Arupa Loka ausschließlich Geist sind, entsteht durch Gedanken eine neue Asymmetrie dieser spiegelbildlichen Projektion der drei Raumelemente, die dann wiederum einem Symmetriebruch unterliegt. So schließt sich ein gewaltiger, ionischer, zeitlicher Kreis der Entstehung von Materie in einem Teil des scheinbar unendlichen Universums. Der daraus resultierende Zeitpfeil kehrt in eine parallele, aber antiparallele Raum-Zeit-Struktur zum Ursprung der Materieentstehung zurück. Dieser Zeitpfeil ist strukturell bedingt, verläuft nur in eine Richtung und dieser Ablauf ist unendlich. Die Richtung ist stets von der relativen Vergangenheit zur relativen Zukunft. Es herrscht eine Vorherrschafts- und Angrenzungsbedingung, wie sie auch im Paṭṭhāna des Abhidhamma beschrieben wird, gekennzeichnet durch die Begriffe Adhipati-paccaya und Anantara-paccaya. Ein Anfang ist daher nicht nachvollziehbar und hängt immer vom jeweiligen Standpunkt im scheinbar unendlichen Universum ab.
Das scheinbar unendliche Universum zeigt auf kosmologischen Skalen fluktuative Strukturen, die sich metaphorisch mit der dynamischen Oberfläche eines kochenden Sees vergleichen lassen. Diese großräumigen Fluktuationen können als makroskopisches Analogon zu Quantenfluktuationen im Mikrokosmos verstanden werden. In diesem Zusammenhang erscheint das Konzept des klassischen Urknalls weniger als singuläres physikalisches Ereignis, sondern vielmehr als modellhafte Darstellung eines Übergangs- und Strukturierungsprozesses, der die Entstehung von Raum, Materie, Energieverteilung und kosmischer Expansion beschreibt. Es handelt sich um einen Prozess mit sowohl physikalischen als auch metaphysischen Dimensionen.
Sowohl die Quantenfluktuationen auf subatomarer Ebene als auch hypothetische großskalige Strukturbildungen – wie sie etwa mit dem Konzept eines Rūpa-Loka (Formbereichs) aus der buddhistischen Kosmologie assoziiert werden – könnten in erweiterten theoretischen Modellen zur Erklärung der dunklen Energie und der Dynamik des expandierenden Universums berücksichtigt werden.
Darunter befindet sich stets das Nāma-loka, in dem es keinen Energiebegriff im quantenphysikalischen Sinne gibt. Betrachtet man die Gesamtenergie des Universums – bestehend aus der positiven Energie der Materie (einschließlich Dunkler Materie), der Strahlung und der Dunklen Energie einerseits sowie der negativen Energie des Gravitationsfeldes andererseits – ergibt sich nach einigen kosmologischen Modellen eine Nettobilanz von Null. Das bedeutet: Obwohl Materie gemäß E = mc² eine große positive Energie darstellt, kann diese durch die gravitative Bindungsenergie exakt aufgehoben werden. Dieses Szenario weist nach meiner Auffassung auf ein holografisches Prinzip hin, in dem Tanha die bindende Kraft des Gedankens (Citta) in dieser Welt darstellt. Die Viññāṇa-dhātu-Stufe des Nāma-loka bildet daher den Untergrund unserer Hauptwelt, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beeinflusst. Zugleich ist sie die Quelle sowohl unseres Leidens als auch unserer Befreiung.
Nāma Loka ist kein Raum im physikalischen Sinne, sondern eine Ebene oder ein Reich geistiger Phänomene und daher als transzendente Bewegung zu betrachten. Nāma Loka ist weder an Ort noch Zeit gebunden, sondern existiert jenseits der materiellen Welt und durchdringt diese. Nāma Loka ist nicht messbar oder quantifizierbar, sondern nur erfahrbar und erkennbar. Es handelt sich somit um eine Realität mit gespeicherten Wissens- und Kamma-Energie-Strukturen.
An der Grenze zum Rupa Loka wird das Hadaya Vatthu durch Kamma im Patisandhi-Moment zusammen mit den Pasāda Rupa (C-, S-, G-, J-Vatthus) gebildet, wobei nicht alle Pasāda Rupa zwingend gleichzeitig entstehen müssen und auch vorher entstehen können. Der Patisandhi-Moment ist der Moment, der zur Verknüpfung einer neuen Existenz (Bhava) führt. Er ist der letzte Moment des sterbenden Wesens im alten Leben und zugleich der erste Moment des neuen Lebens und wird auch als “Moment der Wiedergeburt” bezeichnet.
Hadaya Vatthu selbst gilt als die niedrigste Form von Rupa (Materie), da es das Suddhāṭṭhaka als Untergrund trägt.
Die Bhikkhus haben bei der Weiterentwicklung des Abhidhamma darauf verzichtet, sie Hadaya Vatthurupa zu nennen, da im Begriff Vatthu bereits die Vatthurupa enthalten sind. Ohne die Verbindung von Hadaya Vatthu zu Vatthurupa wäre die Aussage, dass die Welt aus 28 Arten von Rupa besteht, nicht korrekt. Wenn also von Entitäten im Arupa Loka gesprochen wird, handelt es sich um ein Hadaya, ab dem Rupa Loka um ein Hadaya Vatthu. Diese Welt mit ihren 31 Bereichen ist also aus 28 Arten von Rupa aufgebaut. Rupa nur als Materie zu bezeichnen, ist nicht ganz korrekt; es ist eher als Form zu verstehen, die sowohl materielle als auch immaterielle Strukturen umfasst.
Hadaya (Herzbasis) bildet die Grundlage für das Bewusstsein eines Lebewesens. Das Bewusstsein erzeugt zu Beginn die vier “unkörperlichen Bereiche” (arūpayatana) im Arupa Loka. Somit kann man das Hadaya im Arupa Loka verorten und als einen Begriff beschreiben, der die Verbindung zwischen Nāma und Rupa herstellt.
Die Entität des Geistes (Mind/Hadaya Vatthu) manifestiert sich in Form von Gedanken (Citta), die als grundlegende kognitive Elemente im Bewusstseinsprozess, des Funktionellen Bewusstseins, das sich auf die Basis des unendlichen Bewusstseins bezieht, betrachtet wird. In der Abhidhamma-Analyse kann der Bhavaṅga-Zustand als ein fundamentaler, zugrunde liegender Geisteszustand verstanden werden, der die Kontinuität der individuellen Existenz gewährleistet. Eine Analogie zum UEFI/Bios eines Computers ist insofern passend, als der Bhavaṅga die Basisfunktionen des Geistes bereitstellt, ähnlich wie das Bios/UEFI die grundlegenden Systemfunktionen eines Computers aktiviert und steuert.
Der bhavaṅga-Zustand stellt keinen aktiven, intentionalen Denkprozess dar, sondern beschreibt einen passiven, stationären Modus des Bewusstseins, in den der Geist zurückfällt, sobald weder sensorische Reize noch kognitive Aktivitäten vorliegen. Er fungiert somit als eine Art „Ruhezustand“ des mentalen Kontinuums und gewährleistet die Kontinuität des geistigen Daseins auch in Phasen kognitiver Inaktivität.
Trotz seiner latenten Erscheinungsweise ist das bhavaṅga nicht als vollständig inaktiv zu begreifen. Vielmehr handelt es sich um eine äußerst kurze, nicht-intentionale Bewusstseinsphase, die durch konditionierende Faktoren determiniert ist und sich in fortlaufender Sequenz ereignen kann. In metaphorischer Analogie lässt sich das bhavaṅga mit einer sicherheitsrelevanten Softwarefunktion – etwa einer Hash-Funktion – vergleichen, welche die strukturelle Integrität vorausgehender Bewusstseinszustände bewahrt. Selbst minimale Abweichungen – sei es hinsichtlich Zeichenlänge, Leerzeichen, Symbolanzahl oder semantischer Struktur – werden erkannt und lösen eine adaptive Reaktion des mentalen Systems aus. Diese feine Sensibilität erklärt, wie aus dem bhavaṅga heraus erneut ein kognitiver Prozess initiiert werden kann: Die im bhavaṅga latent vorhandenen Strukturen und deren bedingte Voraussetzungen bilden die Grundlage für das Wiederauftreten bewusster Bewusstseinsmomente.
In einem weiteren erkenntnistheoretischen und ontologischen Zusammenhang bildet der Bhavaṅga den funktionalen Übergangspunkt zwischen Nāma-Loka (mentale Sphäre) und Rūpa- bzw. als Mensch im Kāma-Loka (materielle bzw. sinnliche Sphäre). Das Arūpa-Loka (formlose Existenzebene) fungiert in diesem Kontext als intermediäre Dimension, welche die Interaktion zwischen Geist (Nāma) und Materie (Rūpa) vermittelt. Diese wechselseitige Bedingtheit von Nāma und Rūpa – konzeptualisiert als Nāma-Rūpa – repräsentiert ein zentrales Prinzip buddhistischer Ontologie, wonach geistige und physische Phänomene stets in gegenseitiger Abhängigkeit entstehen und vergehen.
Auf der Ebene des Viññāṇa Dhātu (Bewusstseinsbereich) ist der Bhavaṅga das Bindeglied, das psychische und biologische Systeme verknüpft. Er ermöglicht die Aktivierung der fünf Aggregatbereiche (Pañcakkhandha) und stellt sicher, dass Interaktionen zwischen mentalen und physischen Strukturen stattfinden können. Der Bhavaṅga-Zustand bleibt bis zum Erfassen des nächsten Bhava (Daseinszustand) bestehen und ist somit ein entscheidender Faktor für die Kontinuität des Bewusstseins, insbesondere im Übergang zwischen Tod und Wiedergeburt.
Zusammengefasst lässt sich der bhavaṅga-Zustand als eine Art „Basisschicht“ des Geistes begreifen, die – vergleichbar mit einem BIOS/UEFI im Computersystem – grundlegende Start- und Kontrollfunktionen bereithält. In Analogie zu einer Hash-Funktion sichert er zugleich die Konsistenz und Integrität vorausgehender Bewusstseinsmomente: selbst minimale Abweichungen werden erkannt und ermöglichen adaptive Reaktionen des mentalen Systems. Als latenter, nicht-intentionaler „Ruhezustand“ gewährleistet er damit die stabile Verbindung von nāma und rūpa und stellt die Grundlage für das erneute Aufscheinen aktiver kognitiver Prozesse dar.
Der Anschein eines derart strukturierten Mechanismus hat dazu geführt, dass manche Forscher die Hypothese vertreten, unser Leben spiele sich innerhalb einer Simulation ab. Doch eine solche Deutung greift zu kurz. Was hier zum Ausdruck kommt, ist nicht das Funktionieren einer künstlichen Matrix, sondern das abhängige Entstehen (paṭicca-samuppāda), das sich in der leeren (suññatā) und zugleich hochdynamischen Abfolge der einzelnen citta-Momente vollzieht. Die Welt ist demnach weder ein Programm noch eine virtuelle Projektion, sondern die fortlaufende Realisation des bedingten Entstehens eines Gedankens selbst.
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