Ohne Anfang

Der Buddha konnte zwar keinen Anfang erkennen, doch lässt sich aus philosophischer und rechnerischer Perspektive ein Ursprung der Raumzeit annehmen. Dieses Ende der anfänglichen Leerheit müsste mit der Erzeugung der vier Elemente – pathavi (Erde), āpo (Wasser), tejo (Feuer) und vāyo (Luft) – durch die Entität Geist (Hadaya Vatthu) verbunden sein. Im Arupa Loka, der immateriellen Welt, stellt das erste Reich, das Akasanancayatana, die Ebene der unendlichen Raumwahrnehmung dar, in der das Raumelement (ākāsa dhātu) entsteht. Darauf folgt das zweite Reich, das Vinnanancayatana, die Welt der unendlichen Bewusstseinswahrnehmung, das als eine geistige Ebene und als Äther/Ether verstanden werden kann. Diese Ebene bildet eine Art unterliegende Struktur, welche durch Abgrenzung, Angrenzung und weitere bedingende Faktoren (paccaya) eine Grundlage für den Raum bildet.

Zusätzlich existieren zwei weitere Reiche rein geistiger Phänomene im Arupa Loka: das Akincannayatana als Welt der Nichtswahrnehmung, das N’evanasannanasannayatana als Welt der weder Wahrnehmung noch Nichtwahrnehmung sowie das Asannasatta, die Welt der unbewussten Wesen. Alle diese Reiche gipfeln in einem Zustand der Leerheit. Die großen Gottheiten oder Wesenheiten des Arupa Loka sind transzendente Entitäten, die auf der Ebene des Arupa Loka aus Pancupadanakkhandha (den fünf Aneignungsgruppen) und karmisch strukturierten Nama bestehen. Auf der höchsten Stufe, dem Asannasatta, kann die Geist-Wesenheit als transzendente Entität mit Hadaya interpretiert werden, deren energetischer Zustand einer extrem langsamen Abkühlung ähnelt – vergleichbar mit Wasser, das so langsam abkühlt, dass der Aggregatzustand bestehen bleibt. Bei minimaler Veränderung jedoch kann es zu einer plötzlichen Transformation kommen, ähnlich wie bei Wasser, das durch die Erschütterung eines einzelnen Atoms kristallisiert. Dieser Zustand, in fester Form, wird Suddhāṭṭhaka genannt.

Diese vier immateriellen Reiche stellen die höchsten Ebenen innerhalb der 31 Daseinsbereiche dar. Sie unterliegen nicht den Gesetzen des physischen Raumes und seiner Elemente, wie sie im Rupa (materiellen) und Kama (sinnlichen) Loka gelten. Das Arupa Loka, das hier als “4 Terme” postuliert wird, besitzt eine besondere Stellung. In unserem Universum kann Bewusstsein mit nur einem Suddhāṭṭhaka als Grundlage des Hadaya Vatthu, also der Herzbasis, entstehen. Hier liegt die Verbindung zwischen Rupa und Nama, also zwischen Materie und Geist. Das Hadaya dient als Substrat, als Grundlage für Bewusstsein und Gedanken. Jedes fühlende Wesen besitzt diese Herzbasis, wobei das Hadaya Vatthu eine Milliarde Mal kleiner als ein Atom ist und mit den Modernsten Detektoren geschweige denn mit bloßem Auge nicht wahrgenommen werden kann.

Brahma-Wesen aus den unteren Bereichen des Arupa Loka haben durch starkes Abhisankhara – also intensive oszillatorisch karmisch-geistige Prozesse – die Bildung von Materie ausgelöst. Diese Entwicklung verlief in absteigender Richtung von Reich zu Reich, wobei sich Materie durch Gedanken und durch die Naturgesetze des Nama, verstärkt durch einen energetischen Wind, verdichtete. Die Entstehung von Materie wurde durch Kamma-Energie initiiert, welche als Resultat göttlicher Gedanken zu verstehen ist und auf dem Zyklus des Paṭicca Samuppāda (Bedingtes Entstehen) basiert. Diese Energie interagiert mit den Naturgesetzen, die wiederum auf den drei Charakteristiken Tilakkhana – anicca, dukkha und anatta – beruhen. Diese stufenweise Verdichtung der Materie zwischen den Reichen könnte sich nach diesem Verständnis in Form unterschiedlicher Entstehungszeiten benachbarter Galaxien in der modernen Wissenschaft widerspiegeln. Das bedeutet, dass Galaxien trotz gleicher Entfernung zur Erde unterschiedliche Zeitpunkte der Materieentstehung aufweisen könnten, sodass das Alter zweier benachbarter Galaxien von einer erwarteten Norm abweichen kann.

Das sogenannte Weltensystem, cakkavāla, wird zur Veranschaulichung in vier Ebenen unterteilt. Das gesamte unendliche Universum besteht aus einer unendlichen Zahl von Weltensystemen. Innerhalb dessen existieren Galaxien, welche jeweils etwa tausend Weltensysteme umfassen. Unser Sonnensystem entspricht einem einzelnen Weltensystem, einem cakkavāla, in dem sich auch die Erde befindet – zusammen mit dem Berg Sineru oder Meru, der als Zentrum unseres Weltensystems verstanden wird.

Ein cakkavāla entspricht einem Weltsystem mit einem zentralen Stern und den zugehörigen Planeten, vergleichbar mit unserem Sonnensystem. Ein kleiner Verbund von tausend solcher cakkavāla wird als cūḷanikā lokadhātu bezeichnet und kann als Galaxie interpretiert werden. Ein mittlerer Verbund von tausend dieser cūḷanikā wird majjhimikā lokadhātu genannt und entspricht einem galaktischen Haufen. Ein großer Verbund aus tausend solcher mittleren Gruppen schließlich wird als mahāsahassī lokadhātu beschrieben, was einem galaktischen Superhaufen gleichkommt. Dennoch ist es problematisch, die Weltensysteme Buddhas direkt mit den Begriffen der modernen Astronomie gleichzusetzen da sie konzeptuell begriffen wurden und nicht auf der den paramattha dhammas einer Buddhistischen Sichtweise beruhen.

Das sichtbare Universum enthält Milliarden von Galaxien wie unsere Milchstraße. Innerhalb jedes mahāsahassī lokadhātu kann jeweils nur ein Buddha erscheinen, jedoch existieren in anderen mahāsahassī lokadhātu möglicherweise zur gleichen Zeit andere Buddhas. Das Universum ist in einem solchen Maß unvorstellbar groß, dass es aus menschlicher Sicht als unendlich erscheint. Daher konzentriert sich die Betrachtung hier auf ein einzelnes Weltensystem, ein cakkavāla – unser Sonnensystem mit Sonne, Erde, Mond und den sieben sichtbaren Planeten –, das sich am äußeren Drittel eines Spiralarmes unserer Galaxie befindet, wie es auf einem entsprechenden Bild dargestellt ist.

Letztendlich formten Wesen im Prozess des Abhängigen Entstehens (Paṭicca Samuppāda) die riesigen Gaswolken und Nebel aus Rūpa, also der für uns sichtbaren Materie. Dieses Prinzip des Abhängigen Entstehens stellt im Wesentlichen die kausale Struktur des Kreislaufs der Existenz (Vatta) dar. Es legt die Bedingungen offen, welche das Rad von Geburt und Tod in Bewegung halten und seinen Übergang von einer Existenzform zur nächsten ermöglichen. In den traditionellen Kommentaren wird dieses Entstehen als das gleichmäßige Hervorgehen von Wirkungen in Abhängigkeit von einer Konjunktion bestimmter Bedingungen definiert. Alles ist in Wechselwirkung miteinander verbunden, und diese Beziehungen entspringen aus der Leerheit oder führen aus der Form (Rūpa) wieder in die Leerheit zurück.

Die Entstehung unseres Sonnensystems auf der Realitätsebene des Kāma Dhātu vollzog sich in einer kosmischen Umgebung, die aus winzigen Staubpartikeln sowie aus Wasserstoff und Helium bestand. Diese gewaltige Wolke, ein Nebel von mehreren Billiarden Kilometern Durchmesser, begann unter dem Einfluss ihrer eigenen Schwerkraft allmählich zu kollabieren und nahm im weiteren Verlauf eine scheibenförmige Struktur an.

Der Kern dieses Wolkengebildes erhitzte sich dabei zunehmend; die Temperatur stieg auf mehrere Hundert Grad Celsius an. Der kollabierende Nebel setzte enorme Energiemengen frei, die sich in Form von Infrarotstrahlung ins All ergossen.

Schon in dieser Phase waren Brahma-Wesen im sich formenden Sonnensystem anwesend. Diese göttlichen Entitäten beeinflussten den kosmischen Nebel durch ihre Gedanken gemäß dem Prinzip des Abhängigen Entstehens. Ihre geistige Aktivität führte zur Verbindung von Materie, also von Elementarteilchen, mit Energien des Pañcakkhandha innerhalb einer Namagotta, wodurch Gesetzmäßigkeiten entstanden, die die Bewegung und Struktur dieser Teilchen steuern. Der Buddha erklärte, dass der Pañcakkhandha, eingebettet in das Namagotta, alles in dieser Welt umfasst, da in ihm alle je mit Rūpa in Verbindung gebrachten Gedanken und Erfahrungen gespeichert sind.

Die Proto-Sonne begann schließlich zu leuchten, wenn auch zunächst nicht im sichtbaren Spektrum. Dies markierte den Beginn der aktiven Phase unserer kosmischen Heimat. Unter dem zunehmenden Druck und der Hitze wimmelten in der Proto-Sonne unzählige Atome umeinander, drängten sich auf engstem Raum und kollidierten miteinander, sodass sich die physikalischen Eigenschaften des Sternengases grundlegend veränderten.

Während dies im Bereich des Kāma Loka – also auf der für Menschen wahrnehmbaren Ebene – sichtbar wurde, spielten sich auf tieferen Realitätsebenen bereits weitaus gewaltigere Prozesse ab.

Brahma-Wesen erschufen durch ihre Gedanken in der habitablen Zone des Sonnensystems den Berg Sineru, auch Meru genannt. Zuerst bildete sich eine Windscheibe, auf der eine Wasserscheibe entstand, worauf schließlich eine geodäne Scheibe die Grundlage für die Erdkruste bildete. Auf dieser Schicht der verdünnten Materie entwickelten sich die Landmassen, aus deren Zentrum der Berg Sineru hervorstieg.

Dieser Berg wurde über Milliarden von Jahren hinweg auf einer feinstofflichen, kaum wahrnehmbaren Ebene aus Rūpa-Materie erschaffen und bildet heute das unsichtbare Fundament der Erde. Sineru ist ein komplexes, nahezu für die fünf menschlichen Sinne unsichtbares Gebilde aus den 31 Daseinsbereichen. Jedes dieser Reiche ist in seiner Struktur so vielfältig und zum Teil komplexer als das Reich der Menschen und Tiere. Der Berg Sineru ist etwa 900 Millionen Kilometer hoch, wobei er sich nach oben hin verbreitert und die gesamte Erde umschließt. Dabei nimmt die Dichte der Materie nach oben hin ab, sodass der Berg zunehmend in feinere Elementarbereiche einsinkt und schließlich die Ebenen des Arūpa Loka erreicht. Diese obersten Reiche durchdringen das gesamte, unermesslich große Universum. Das Arūpa-Bhūmi, also das Arūpa Loka, ist das formlos-geistige Reich, das Wesen ohne physischen Körper bewohnen – reine geistige Entitäten, die daher nicht räumlich lokalisiert werden können, da räumliche Verortung eine physikalische Eigenschaft ist, die im Arūpa Loka keine Gültigkeit besitzt.

Das hier dargestellte Bild des Universums hat seine Wurzeln in vedischer und sogar vorvedischer Zeit, entwickelte sich weiter und wurde in den späteren Texten des Theravāda-Buddhismus sowie insbesondere im Mahāyāna- und Vajrayāna-Buddhismus weiter ausgearbeitet. Der Fokus dieser Darstellung liegt auf dem Weltbild, wie es im Pāli-Kanon und in den dazugehörigen Kommentaren dargelegt wird. Dieses System repräsentiert weitgehend die buddhistische Auffassung vom Universum, wie sie sich insbesondere in den Lehren des Theravāda manifestiert. Die Nerayika, die Devas und Brahmas, die Nāgas und Yakkhas – all diese Wesen wurden vom Buddha selbst erwähnt und sind integraler Bestandteil dieses kosmologischen Verständnisses.

 

Das Tāvatiṃsa-Reich stellt das höchste Sagga, also das Deva-Reich oder den „Himmel“ dar, das weiterhin in physischem Kontakt mit der Erde steht und sich auf dem Gipfel des Berges Sineru befindet. Über diesem Reich existieren vier weitere Saggas, die sich als „Luftwohnungen“ im Raum darüber befinden. In der bildlichen Darstellung werden Götter, insbesondere Indra und Brahma, gezeigt, wie sie Materie formen und beeinflussen, sodass der Berg Sineru beziehungsweise Meru weiter Gestalt annimmt. Die Entstehung des Berges wird in den verschiedenen Bereichen der 31 Reiche unterschiedlich wahrgenommen: In den Deva- und Brahma-Reichen erscheint es, als würden Sonne und Mond den Berg Sineru/Meru umkreisen oder als kämpften zwei riesige Götter miteinander, während im Menschenreich, also in unserer Realität, die Entstehung von Sonne, Erde und Mond als Folge der Kollision zweier Himmelskörper wahrgenommen wird.

Nach mehreren Hunderttausend Jahren, seitdem die dunkle, kalte Urwolke zu kollabieren begann, verdichten sich Gas- und Staubmassen zu einer kosmischen Akkretionsscheibe. Die daraus entstehende Masse unterliegt den Naturgesetzen des Universums, wird jedoch in der buddhistischen Kosmologie durch die Gedanken der Brahma und Götterwesen in eine Richtung gelenkt, die die Entstehung des Berges Sineru/Meru und der damit verbundenen 31 Reiche begünstigt. Im Inneren der Sonne setzt schließlich die Kernfusion ein, wodurch Helium-3 entsteht und enorme Energiemengen freigesetzt werden. Die Sonne stabilisiert sich, und nach etwa 20 Millionen Jahren beginnt der junge Jupiter, Material anzuziehen. Ein marsgroßes Objekt kollidiert mit der Proto-Erde, was zur Bildung des Mondes führt. Die Erde bleibt zunächst ein lebensfeindlicher Ort, geprägt von vulkanischer Aktivität und giftigen Gasen, und wird zu dieser Zeit nur von Wesen aus den Apayas bewohnt, während Menschen noch in feinstofflicher Form auf einer höheren Ebene des Berges Sineru/Meru existieren.

Durch planetare Migration von Jupiter und Saturn gelangen Kometen aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems in Richtung Erde und liefern das Wasser für die Ozeane. In den Rupa-Loka-Reichen wird dieser Prozess als Handlung zweier Götter interpretiert, die die Erde mit Wasser versorgen. Aus dem globalen Ozean entstehen schließlich die vier Urkontinente, während die Höllenwesen ins Erdinnere gezogen werden und die Natur sich zu entwickeln beginnt. Die Wahrnehmung dieser Entstehungsprozesse variiert je nach Existenzbereich.

Ein in Rupa-Loka geborenes Lebewesen kann, abhängig von seinem Kamma, auch in einem niederen Bereich wie Apāya im Kāmaloka wiedergeboren werden. Arūpa-Loka bezeichnet Bereiche ohne verdichtetes Rūpa, wobei die dortigen Wesen ähnlich wie Menschen denken und sich erinnern können. Die materielle Welt ist somit nur den Wesen im Kāma-Loka und Rūpa-Loka zugänglich. Der Buddha beschreibt diese verschiedenen Existenzbereiche in vielen Suttas, etwa im Aggaññasutta (DN27). Das menschliche und das tierische Reich sind die einzigen, in denen Lebewesen aus Eltern geboren werden, während in allen anderen Bereichen die Geburt spontan und vollständig geformt erfolgt (Opapātika-Geburt). Der Buddha betonte, dass der Geist die Grundursache ist, nicht die Materie. Die höheren Bewusstseinsebenen sind überweltlich (lokuttara), wobei Nibbāna, das von Arahants erreicht wird, als höchste Ebene gilt, die jedoch nicht mit dem Universum verbunden ist.

Der Berg Sineru, auch Meru genannt, ist ein zentrales Element der buddhistischen Kosmologie und wird als Achse des Universums betrachtet. Seine Präsenz ist in sämtlichen kosmologischen Modellen des Buddhismus unverzichtbar, da er als notwendige Voraussetzung für die Entstehung und den Erhalt eines lebenden Organismus wie der Erde gilt. Ohne den Berg Sineru, der als mythisches Zentrum des Universums beschrieben wird, wäre komplexes Leben nach buddhistischer Vorstellung nicht möglich. Jedes Sonnensystem, das Leben hervorbringt, ist an ein solches Gebilde gebunden, wobei dies jedoch nicht ausschließt, dass auch andere Planeten in habitablen Zonen besiedelt werden könnten.

In der Kosmologie manifestieren sich Sonne und Mond gemeinsam, wobei die Sonne zuerst wahrgenommen wird. Die Überlieferung beschreibt, dass im höchsten Bereich des Berges Sineru, als die Selbstausstrahlung der dortigen Wesen verschwand und Dunkelheit eintrat, der Wunsch nach Licht zur Erscheinung der Sonne führte. Erst später, als weiterhin Dunkelheit in der Nacht herrschte, entstand auf Wunsch der Mond. Diese narrative Darstellung spiegelt die symbolische Bedeutung von Sonne und Mond als zentrale Himmelskörper in der buddhistischen Kosmologie wider.

Die detaillierten Bewegungen von Planeten und Gestirnen werden in der buddhistischen Lehre nicht weiter behandelt, da sie laut Buddha für die Überwindung des Leidens und die Verwirklichung von Nibbāna nicht relevant sind. In den Lehrreden, etwa im Aggivacchasutta (MN63), verweigerte der Buddha die Beantwortung der Frage nach der Endlichkeit oder Unendlichkeit des Universums, da solche Spekulationen nicht zur spirituellen Befreiung beitragen.

Die Erzählung von der Entstehung der Welt, der Menschen und des Berges Sineru dient im Kontext des Buddha Dhamma als Grundlage für das Verständnis der kosmologischen Struktur, die als ein 31-faches System innerhalb eines zweifachen Systems beschrieben wird. Das Universum besteht aus unzähligen Welten, die auf der Grundebene der cakkavāḷas, der Sphäre der Sinneswünsche, im Wesentlichen ähnlich aufgebaut sind: Sie sind um einen zentralen Berg Sineru/Meru gruppiert, mit vier Inselkontinenten als Zone menschlicher Besiedlung, die von einer Außenmauer begrenzt werden. Darüber hinaus existieren die sinnlichen Deva-Reiche.

Mit zunehmender Höhe werden die Reiche immer feinstofflicher. Die letzten vier Reiche im Arupa Loka sind nicht mehr von äußerer Rupa durchdrungen, sondern durchdringen das gesamte Universum auf einer unteren Ebene und verbinden die cakkavāḷas miteinander. Das Arupa Loka ist in seiner Struktur einzigartig und gilt als transzendente Welt sowie als Grenze zu den erfahrbaren Welten Rupa Loka und Kama Loka.

Die höheren Reiche der rūpabhūmi beziehungsweise Rupa Loka, die Reiche der Brahmas, sind hierarchisch organisiert, wobei jede nachfolgende Ebene ein Vielfaches der darunterliegenden Reiche umfasst. Diese Anordnung korrespondiert auffallend mit den in der Meditation erlebten Jhāna-Zuständen, was als zentraler Aspekt des kosmologischen Schemas gilt. Die Welten der Sinneswünsche stellen die komplexesten Bereiche der Existenz dar, deren Vielfalt zwar unendlich erscheint, im Kern jedoch die gleiche Natur aufweist. Mit dem Durchschreiten der verschiedenen Reiche und dem Zurücklassen der Welt der Sinnlichkeit gelangt man zu einer immer größeren Einfachheit, die letztlich als Ziel der spirituellen Entwicklung betrachtet wird.

Der Buddha erklärte, dass der erste Ursprung von saṃsāra nicht erkannt werden kann, was jedoch nicht als endgültige Bestätigung zu verstehen ist, dass das Universum keinen Anfang habe. Ob das Universum ewig ist oder nicht, bleibt eine der Fragen, deren Beantwortung der Buddha kategorisch ablehnte, da sie den Geist lediglich daran hindern würde, sich von weltlichen Vorstellungen zu befreien. In diesem Kontext ist es wichtig, das Verständnis über den Aufbau unseres Kosmos zu vertiefen. Ein zentraler Aspekt dieser kosmischen Struktur ist die Zeiteinheit, die durch das Konzept des Kappa beschrieben wird.

Ein Kappa, oft auch als mahākappa oder großes Kappa bezeichnet, stellt die grundlegende Zeiteinheit dar, die einen gesamten Zyklus einer Welt umfasst – von ihrem ersten Ursprung bis zur endgültigen Auflösung. Der Buddha vermied es bewusst, genaue Zeitangaben für die Entstehung und Zerstörung von Welten in Jahren zu machen, um den Fokus auf das transzendente Verständnis und die Befreiung des Geistes zu lenken, anstatt den Geist an zeitliche Konzepte zu binden. Doch der Buddha sprach: „Cattārimāni, bhikkhave, kappāsa asaṅkhyeyyāni. Katamāni cattāri? Yadā, bhikkhave, kappo saṃvaṭṭati,… kappo saṃvaṭṭo tiṭṭhati,… kappo vivaṭṭati,… kappo vivaṭṭo tiṭṭhati.“ – „Es gibt vier unermessliche Kappā: Zerstörung findet für ein Kappa statt, der Zustand der Leere verbleibt für ein weiteres Kappa, Neuformung geschieht über ein Kappa, und schließlich existiert es in diesem Zustand für ein Kappa.“

Diese letzte Phase beschreibt den Punkt, an dem sich die Erde derzeit befindet. Jedes unermessliche Kappa besteht aus 20 regulären Kappā. Nach aktuellen wissenschaftlichen Berechnungen wird das Sonnensystem noch etwa fünf Milliarden Jahre bestehen, sodass die gesamte Existenzdauer von Sonne und Erde rund zehn Milliarden Jahre beträgt. Das entspricht einer Existenzphase von 20 Kappā, vorausgesetzt, die derzeitige wissenschaftliche Schätzung ist korrekt. Die übrigen drei Kappā dauern jeweils ebenfalls etwa zehn Milliarden Jahre, wodurch sich eine Gesamtdauer von 40 Milliarden Jahren für einen vollständigen Zyklus ergibt. Die Erde und das gesamte Sonnensystem durchlaufen diesen zyklischen Prozess, der pro Zyklus etwa 40 Milliarden Jahre dauert – entsprechend einem mahākappa gemäß der oben genannten Annahme. Dieser Zyklus wiederholt sich unendlich. Es gab keinen Anfang im Sinne eines „Urknalls“. Die Dauer eines Kappa ist nicht exakt festgelegt, sondern hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Geschwindigkeit der Weltentstehung und des Weltuntergangs. Ein Kappa umfasst jedoch tausend Weltzeitalter (mahāyugas), die jeweils 12.000 Götterjahre und 4.320.000 Menschenjahre dauern. Das bedeutet, dass ein Kappa mindestens 4.320 Milliarden Menschenjahre umfasst.

Die fühlenden Wesen des alten Sonnensystems wurden alle in höhere Brahma-Reiche jenseits des Bereichs der Zerstörung wiedergeboren. Mit der Zerstörung und Neugestaltung der Erde beginnt somit eine Wanderung von Lebewesen. Diese werden bei der Neuentstehung der Welt wieder in die neuen Daseinsbereiche hineingeboren, beginnend mit den höchsten Bereichen. Suddhāṭṭhaka beispielsweise hat eine Lebensdauer von einem mahākappa, was in etwa der Lebensdauer unseres sichtbaren Universums entspricht. Doch wandern all diese Lebewesen, einschließlich jener aus den Apāyā (niederen Bereichen), in höhere Reiche? Dies hängt damit zusammen, dass, wenn die Erde beginnt „heiß“ zu werden da sich die Sonne zu einem Roten Riesen ausdehnt, die „geistesgefälligen Sinnesobjekte“ mit der Zeit zerstört werden. Die Lebewesen verlieren dabei ihre sinnliche Anziehungskraft, und der Geist wird vorübergehend von upādāna (Anhaften) befreit. Was geschieht also mit all den Lebewesen auf der Erde?

Es ist zu bedenken, dass, solange Menschen und Tiere auf der Erde leben, jene Wesen, die zu den drei niederen Bereichen gehören, auf oder unter der Erdoberfläche existieren. All diese fühlenden Wesen werden schließlich zugrunde gehen. Es handelt sich um einen langen Prozess, aber diese Lebewesen bewegen sich in höhere Bereiche, wenn die Erde sich erhitzt und die Sonne in die Phase des Roten Riesen eintritt. In dieser Phase wird die Sonne sowohl im Inneren wärmer als auch größer, wodurch sie insgesamt mehr Energie erzeugt.

Dabei treten folgende wesentliche Veränderungen ein: Wärme und Temperatur – Während der Roten-Riesen-Phase dehnt sich die Sonne stark aus, und ihre Oberfläche (Photosphäre) kühlt sich deutlich ab. Die aktuelle Oberflächentemperatur beträgt etwa 5.500 °C, während sie als Roter Riese auf etwa 3.000 bis 4.000 °C sinken wird. Energieerzeugung – Trotz der geringeren Oberflächentemperatur wird die Sonne erheblich mehr Energie produzieren, da ihre Oberfläche deutlich größer wird. Sie könnte sich bis zur Erdbahn oder darüber hinaus ausdehnen, möglicherweise auch die Bahnen der inneren Planeten einschließend, wodurch der bestrahlte Raum immens anwächst. Kernfusion – Im Inneren der Sonne wird die Kernfusion weiterhin stattfinden, allerdings mit verändertem Brennstoff. Während der Roten-Riesen-Phase beginnt die Sonne, Helium und andere schwerere Elemente zu fusionieren, was ihren Energieausstoß deutlich erhöht.

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