Die Höchsten Götter des Universums...

Bislang haben wir die beiden grundlegenden Dimensionen der Wirklichkeit, Nama (das Geistige, Bewusstsein) und Rupa (das Materielle, Körperliche), sowie deren Manifestation in den drei Daseinsbereichen reflektiert. Darauf aufbauend haben wir uns mit dem Fundament der Herzbasis, dem sogenannten Süddhastthaka, auseinandergesetzt. Auch die 31 Existenzebenen wurden bereits in einem ersten Überblick betrachtet. Im weiteren Verlauf wenden wir uns nun der Frage nach der Entstehung des Universums beziehungsweise eines bestimmten Abschnitts davon zu, wobei unser Fokus insbesondere auf den Sphären der Götter liegen wird.

 

Wat Rong Khun als Symbol oder Metapher für einen Palast des Mahabrahma (eine Gottheit im buddhistischen und hinduistischen Kosmos)

Die Höchsten Götter im Arupa Loka unseres Universums, erschaffen mit der Grundlage Unwissenheit (Avija) im Geist, das auf ihrem Transzendenten Bewusstsein beruht, den ersten Gedanken (Citta) über Materie (Rupa) und Formen, der das Raumelement auf der Grundstufe ākāsa dhātu bringt/darstellt. Dann Folgt Maha Brahma (auch Baka Brahma genannt), denn er war der erste, der in diesem leeren Bereich/Loka geboren wurde (und aus dem Abhassara-Bereich in dieses Reich herabkam), als der “Wiederaufbau” des Universums begann. Er war eine Weile allein da, in seinem Riesigen Himmels Palast und dachte: “Ich war der Schöpfer dieses Reiches.” Dann wünschte er sich, mehr “Gefährten” zu haben und sie erschienen nur durch die Kraft seiner Gedanken. Als andere herunterkamen, dachte er: “Oh, jetzt habe ich auch andere erschaffen.

Die neu erschaffenen Götter sahen Maha-Brahma vor sich und hielten ihn für den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer.
Aus ihrem Glauben und ihrem Schaffen ging eine Generation von Göttern nach der anderen hervor – bis diese fortgesetzte Erzeugung eine Verfeinerung und zugleich eine Verunreinigung des Seins bewirkte. So entstand ein neues Loka, eine Welt unterhalb der ursprünglichen Lichtheimat.

Die anfänglich lichthaften Wesen kannten nur die Huldigung durch schöpferische Verbindung: Sie formten Strukturen aus reinem Licht, von erhabener Schönheit, durch die Verkettung ihrer eigenen Antlitze – wie die Blume des Lebens.
So wurden sie zum Untergrund des Lichtes selbst, zu Ketten reiner Strahlung, zum leuchtenden Geflecht, das den Kosmos trägt.

Der Buddha besuchte dieses Reich mindestens zweimal, um zu versuchen, einige von Maha Brahmas falschen Vorstellungen zu zerstreuen. In den Sutten wird es so beschrieben. 

(DN1/Brahmajālasutta/3.1.2. Teilweiser Ewigkeitsglaube);

Teilweiser Ewigkeitsglaube

[…]” Es kommt eine Zeit, nachdem eine sehr lange Zeitspanne vergangen ist, da dieses Weltall sich ausdehnt. Das ist mit dem “Urknall” in einem zyklischen Universum vergleichbar. [SC]

Hoti kho so, bhikkhave, samayo, yaṁ kadāci karahaci dīghassa addhuno accayena ayaṁ loko vivaṭṭati.

[…]” Wenn es sich ausdehnt, erscheint ein leerer Brahmāpalast. Die Bereiche, in die Lebewesen hineingeboren werden, bestehen in wechselseitiger Abhängigkeit mit den Wesen selbst. Die verschiedenen Dimensionen entsprechen verschiedenen Arten von Kamma. [SC]

Vivaṭṭamāne loke suññaṁ brahmavimānaṁ pātubhavati.

Und da seine Lebensdauer oder sein Verdienst zu Ende geht, scheidet dann eins der Lebewesen von jener Schar der Götter von strahlendem Glanz ab und wird in dem leeren Brahmāpalast wiedergeboren. Das heißt, es geht von einer Welt, die dem zweiten Jhāna entspricht, zu einer, die dem ersten Jhāna entspricht. [SC]

Atha kho aññataro satto āyukkhayā vā puññakkhayā vā ābhassarakāyā cavitvā suññaṁ brahmavimānaṁ upapajjati.

Dort ist es geistgeschaffen, ernährt sich von Ekstase, ist selbstleuchtend und bewegt sich mitten durch die Luft, gleichmäßig strahlend, und es bleibt so für eine sehr lange Zeit.

So tattha hoti manomayo pītibhakkho sayampabho antalikkhacaro subhaṭṭhāyī, ciraṁ dīghamaddhānaṁ tiṭṭhati.

Aber nachdem es dort eine lange Zeit allein gelebt hat, wird es unzufrieden und ihm ist bange:

Tassa tattha ekakassa dīgharattaṁ nivusitattā anabhirati paritassanā uppajjati: Variant: uppajjati → upapajjati (sya-all, csp1ed)

‘Ach, wenn doch nur andere Wesen zu diesem Ort kämen!’

‘aho vata aññepi sattā itthattaṁ āgaccheyyun’ti.

[…]” Und da ihre Lebensdauer oder ihr Verdienst zu Ende geht, scheiden dann andere Lebewesen von jener Schar der Götter von strahlendem Glanz ab und werden in dem Brahmāpalast bei dem ersten Wesen wiedergeboren. Diese Wesen werden gemäß ihres eigenen Kamma wiedergeboren, und es ist bloßer Zufall, dass sie gerade dann erscheinen, als das erste Wesen seinen Wunsch ausgesprochen hat. [SC]

Atha aññepi sattā āyukkhayā vā puññakkhayā vā ābhassarakāyā cavitvā brahmavimānaṁ upapajjanti tassa sattassa sahabyataṁ.

Dort sind sie geistgeschaffen, ernähren sich von Ekstase, sind selbstleuchtend und bewegen sich mitten durch die Luft, gleichmäßig strahlend, und sie bleiben so für eine sehr lange Zeit.

Tepi tattha honti manomayā pītibhakkhā sayaṁpabhā antalikkhacarā subhaṭṭhāyino, ciraṁ dīghamaddhānaṁ tiṭṭhanti.

Nun denkt das Wesen, das zuerst dort wiedergeboren wurde:

Tatra, bhikkhave, yo so satto paṭhamaṁ upapanno tassa evaṁ hoti:

[…]” ‘Ich bin Brahmā, der Große Brahmā, der Bezwinger, der Unbezwungene, der allumfassende Seher, der, der die Macht hat, Gott der Allmächtige, der Macher, der Schöpfer, der Erste, der Erzeuger, der Lenker, der Vater derer, die geboren sind und noch geboren werden. Die Vorstellung von einem Schöpfergott entstand durch Selbstgefühl und Täuschung. [SC]

‘ahamasmi brahmā mahābrahmā abhibhū anabhibhūto aññadatthudaso vasavattī issaro kattā nimmātā seṭṭho sajitā vasī pitā bhūtabhabyānaṁ. Variant: sajitā → sajjitā (sya-all, km); sañjitā (pts1ed)

Diese Wesen wurden von mir geschaffen!

Mayā ime sattā nimmitā.

Warum ist das so?

Taṁ kissa hetu?

Weil ich zuerst dachte:

Mamañhi pubbe etadahosi:

“Ach, wenn doch nur andere Wesen zu diesem Ort kämen!”

“aho vata aññepi sattā itthattaṁ āgaccheyyun”ti.

[…]” Das war mein Herzenswunsch, und dann kamen diese Geschöpfe zu diesem Ort.’ Die anderen Geschöpfe erschienen nach seinem Wunsch, nicht wegen des Wunsches. Gott verwechselt Korrelation mit Ursache, ein Fehler, der von einer nicht geringen Zahl seiner Anhänger fortgesetzt wird. [SC]

Iti mama ca manopaṇidhi, ime ca sattā itthattaṁ āgatā’ti. Variant: mama ca → mamañca (bj, sya-all, pts1ed)

Die Entstehung von Welten – ob im physikalischen oder metaphysischen Sinne – setzt die Existenz eines grundlegenden Bezugsrahmens voraus. Dieser Rahmen ist nicht notwendig materieller Natur, sondern kann vielmehr als eine Form der Bewegung verstanden werden: als Transformation von Zuständen innerhalb eines Systems, seien es Teilchen, Felder oder bewusstseinsartige Entitäten. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Bewegung auch in Abwesenheit klassischer Materie oder äußerer Kausalitäten denkbar ist – sie entspringt nicht zwingend einer äußeren Ursache, sondern kann aus einer tieferen Schicht der Realität hervorgehen.

In diesem Kontext verweist die buddhistische Kosmologie auf das Arūpa-Loka – eine Ebene jenseits der Form, in der das Raumelement (ākāsa dhātu) nicht als physikalischer Raum, sondern als geistige Offenheit verstanden wird. Dieses Raumelement ist nicht leer im Sinne des westlichen Nihilismus, sondern trägt das Potential aller Erscheinungen in sich. Es ist durchdrungen vom Viññāṇa, dem Bewusstsein, welches hier nicht bloß als individuelles Erkennen, sondern als konstitutives Prinzip von Wirklichkeit fungiert.

m Buddhismus gibt es keinen Schöpfergott, keinen allmächtigen Lenker des Universums. Der Buddha selbst war kein Gott, sondern ein Mensch, der durch Erkenntnis und Praxis den Weg aus dem Leiden fand. Zwar kennt die buddhistische Kosmologie eine Vielzahl von Göttern (Devas), die in hohen Himmelsbereichen leben und große Macht besitzen, doch auch sie sind nicht frei von Vergänglichkeit. Denn alle Götter, so zahlreich und ehrfurchtgebietend sie erscheinen mögen, bleiben im Kreislauf von Geburt und Tod gefangen – im Samsara…

 

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